HomeMoos
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Pressemitteilungen 2007

26. November 2007
Vorstandskonferenz der Biotechnologie-Branche:
- Gute Perspektiven für Biotechnologie-Unternehmen
- Investitionen in Biotechnologie besser als Staatsanleihen

Berlin (26.11.2007) - "Investitionen in die Biotechnologie sind besser als Staatsanleihen"; sagte Andreas Burckhardt, Kapitalmarktexperte für Life Sciences von der WestLB AG, anlässlich der 9. CEO&CFO-Konferenz der Biotechnologen am 22. und 23. November in Ludwigburg vor mehr als 100 Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern von Biotechnologiefirmen. In den vergangenen knapp fünf Jahren habe sich der repräsentative WestLB EU Biotech Index Top 20 jährlich mit durchschnittlich 12 Prozent besser entwickelt als eine deutsche Staatsanleihe, so Burckhardt weiter.

Professor Dr. Dirk Schiereck, Dozent für Bank- und Finanzmanagement an der European Business School in Oestrich-Winkel, sagte, die gegenwärtig eher schlechte Stimmung am Biotech-Markt hätte psychologische Ursachen: "Analysten nehmen schlechte Nachrichten doppelt so wichtig wie gute". Dabei wirke sich insbesondere bei kleinen Unternehmen die Qualität der Kommunikation auf den Unternehmenswert aus, erklärte der Wissenschaftler weiter.

Dr. Peter Heinrich, Vorstandssprecher des Wirtschaftsverbandes BIO Deutschland, der die Vorstandskonferenz jährlich ausrichtet, beschwor die unternehmerische Kraft und Ausdauer der führenden Köpfe der Branche: „Die Biotech-Industrie wird sicher in jedem Fall in Zusammenarbeit mit der pharmazeutischen und der chemischen Industrie einen erheblichen Beitrag für die Bewältigung zukünftiger Aufgaben in unserer globalen Welt liefern“ und mahnte, dies alles ginge nicht ohne starke Unterstützung der Politik und der Gesellschaft: "Wir brauchen Politiker, die sich ihrer Sache bei den Zukunftstechnologien sicher sind und die sich auch für den Fortschritt stark machen."

Neben den Fachvorträgen auf der Konferenz erfuhren die Teilnehmer durch mehr als 60 Firmenpräsentationen Details zu Geschäftsmodellen und jüngsten branchenspezifischen Entwicklungen.

Das Treffen, freundlich von der West LB als Hauptsponsor und von Hill & Knowlton Communications unterstützt, fand im Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg bei Stuttgart statt.

260 Wörter / 2.000 Zeichen


Monrepos
 

nach oben

7. November 2007

Wirtschaftsverband der Biotechnologie zum Gendiagnostikgesetz:
Der Familienfriede muss im Vordergrund stehen

Berlin (07.11.2007) - Die Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland (BIO Deutschland) sprach sich anlässlich der heute stattfindenden Expertenanhörung im Bundestag zum Gendiagnostikgesetz (GenDG) für die Wahrung des Familienfriedens bei genetischen Analysen zur Abstammungsklärung aus.

Der Wirtschaftsverband der Biotechnologiebranche begrüßt grundsätzlich das Vorhaben, genetische Untersuchungen bei Menschen über ein Gesetz zu regulieren. Das von der Fraktion der Grünen/Bündnis 90 eingereichte Papier enthält jedoch einen Widerspruch im Abschnitt „Genetische Analysen zur Klärung der Abstammung“, der vor allem für den Familienfrieden eine wichtige Rolle spielen kann: Einerseits wird festgeschrieben, dass zur Klärung einer Vaterschaft alleine die Einwilligungen des möglichen Vaters und des Kindes nötig seien, nicht aber die der Mutter. Andererseits schreibt der Gesetzesentwurf vor, dass die Mutter bei „nicht einwilligungsfähigen“ Minderjährigen, für das Kind entscheidet. Somit kann sich die Mutter in den meisten Fällen dem Wunsch zur Klärung der Abstammung entgegenstellen. Der Vaterschaftstest kann dann nur durch ein Gericht angeordnet werden.

BIO Deutschland fordert deshalb in einem Positionspapier zum Gendiagnostikgesetz, die bestehenden familiären Beziehungen zu schonen und zusätzliche Gerichts- oder Verwaltungsverfahren zu vermeiden, indem genetische Analysen zur Klärung der Abstammung auch ohne Einwilligung aller Beteiligten von Vater, Mutter und/oder Kind in Auftrag gegeben werden können. Der vorliegende Gesetzesentwurf soll dem Bedürfnis Rechnung tragen, Zweifel an der Abstammung eines Kindes auf diskrete, die persönlichen Beziehungen der Beteiligten nicht belastende Weise zu klären. Ehe und Familie seien zu schützen und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zugleich zu wahren, heißt es abschließend hierzu im Dokument der BIO Deutschland.

235 Wörter / 1.858 Zeichen

Download: Das Positionspapier der BIO Deutschland zum Gendiagnostikgesetz finden Sie unter: www.biodeutschland.org/position/position.php

nach oben

10. Oktober 2007

Wirtschaftsverband der Biotechnologie mit Erfolgsbilanz

- BIO Deutschland mit neuem Vorstand
- Dr. Peter Heinrich wieder zum Vorstandsvorsitzenden gewählt

Berlin (10.10.2007) - Die Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland (BIO Deutschland) hat gestern während ihrer 4. Ordentlichen Mitgliederversammlung im Rahmen des internationalen Branchen-Treffens Biotechnica in Hannover einen umfassenden Rechenschaftsbericht abgelegt, die weiteren geplanten Tätigkeitsbereiche des Verbandes vorgestellt und einen neuen Vorstand gewählt.

Die zehn Mitglieder des Gremiums repräsentieren die unterschiedlichen Bereiche des innovativen Biotechnologie-Mittelstandes und der BioRegionen:

Prof. Dr. Horst Domdey, Geschäftsführer der BioM Biotech Cluster Development GmbH, Martinsried
Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der MediGene AG, Martinsried
Norbert Hentschel, Kaufmännischer Geschäftsführer der Miltenyi Biotec GmbH, Bergisch-Gladbach
Dr. Jens Katzek, Geschäftsführer der BIO Mitteldeutschland GmbH, Halle
Peter Pohl, Vorstandsvorsitzender der GATC Biotech AG, Konstanz
Prof. Dr. Felicia Rosenthal, Geschäftsführerin der CellGenix Technologie Transfer GmbH, Freiburg
Dr. Jan Schmidt-Brand, Vorstandsvorsitzender der Heidelberg Pharma AG, Ladenburg
Dr. Marlies Sproll, Wissenschaftsvorstand der MorphoSys AG, Martinsried
Dr. Rainer Wessel, Vorstandsvorsitzender der GANYMED Pharmaceuticals AG, Mainz
Prof. Dr. Olaf Wilhelm, Vorstandsvorsitzender der Wilex AG, München

Als Vorsitzender des Vorstandes wurde Dr. Peter Heinrich im Amt bestätigt, Prof. Dr. Felicia Rosenthal wurde als Schatzmeisterin wieder gewählt.

Der neue Vorstand tritt am 1. Januar 2008 sein Amt an. Von diesem Zeitpunkt an werden Dr. Uwe Maschek, Vorstandsvorsitzender der MagForce AG, und Andreas Mietzsch, Vorstandsvorsitzender der BIOCOM AG, dem neuen Vorstand nicht mehr angehören. Die BIO Deutschland bedankt sich für ihre konstruktive Mitarbeit und ihr vorbildliches Engagement für den Verband.

Die Vertretung der Interessen des innovativen Mittelstandes in der Biotechnologie bei der Gesetzgebung zur Unternehmenssteuerreform, zur Novellierung des Gentechnikgesetzes, zu Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Biotech-Branche und zum Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kapitalgesellschaften stand im Mittelpunkt der Tätigkeiten des vergangenen Jahres. 2008 wird sich BIO Deutschland weiter für die Verbesserung von Rahmenbedingungen für innovative kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einsetzen - sowohl in Deutschland, als auch in Europa (BIO Deutschland ist der deutsche Mitgliedsverband der europäischen Interessenvertretung der Biotechnologie, EuropaBio). Weitere Themen sind unter anderem die Entbürokratisierung und Harmonisierung beim Patentrecht, bei Zulassungsfragen sowie bei klinischen Studien und der Ausbau der Beziehungen zu anderen internationalen Biotechnologievereinigungen. Weiter wird der Verband Veranstaltungen organisieren, die den Austausch an innovativen Ideen und die Geschäftsanbahnung unterstützen sollen. Darüber hinaus konnte eine weiterhin stetige Erhöhung der Mitgliederzahl um 48 Beitritte von 122 im Oktober 2006 auf nunmehr 170 bekannt gegeben werden.

Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland, bedankte sich bei den Arbeitsgruppen für den substantiellen Einsatz ihres Expertenwissens bei der Erarbeitung von Positionen und Stellungnahmen zu branchenrelevanten Themen, und beim Vorstand für seinen stetigen Einsatz im Dienste der Biotechnologie-Industrie. Schließlich betonte Heinrich ausdrücklich den hohen Stellenwert, den die Unterstützung aller Mitglieder, insbesondere der 12 Fördermitglieder, für die Verbandstätigkeit bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für diese Zukunftsbranche hat.

Dr. Viola Bronsema, Geschäftsführerin der BIO Deutschland, äußerte sich zuversichtlich, die Ziele für die kommenden 12 Monate zu erreichen: weiteres Wachstum der Mitgliederzahl und weiteren Einsatz für politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedingungen im Sinne des innovativen Biotechnologiemittelstandes sowie die deutsche Biotechnologie zu internationalisieren und Plattformen für Geschäftskontakte und für den Austausch neuer Ideen zu schaffen.

484 Wörter / 4.026 Zeichen


Bild des Vorstandes
 

Bildunterschrift:
BIO Deutschlands Vorstand 2008/2009 (v.l.n.r.):
Norbert Hentschel, Kaufmännischer Geschäftsführer der Miltenyi Biotec GmbH, Bergisch-Gladbach
Peter Pohl, Vorstandsvorsitzender der GATC Biotech AG, Konstanz
Dr. Jan Schmidt-Brand, Vorstandsvorsitzender der Heidelberg Pharma AG, Ladenburg
Prof. Dr. Horst Domdey, Vorstand der BioM Cluster Development GmbH, Martinsried
Prof. Dr. Felicia Rosenthal, Geschäftsführerin der CellGenix Technologie Transfer GmbH, Freiburg
Dr. Jens Katzek, Geschäftsführer der BIO Mitteldeutschland GmbH, Halle
Prof. Dr. Olaf Wilhelm, Vorstandsvorsitzender der Wilex AG, München
Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der MediGene AG, Martinsried
Dr. Marlies Sproll, Wissenschaftsvorstand der MorphoSys AG, Martinsried
Dr. Rainer Wessel, Vorstandsvorsitzender der GANYMED Pharmaceuticals AG, Mainz

nach oben

20. August 2007

Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland fordert die Bundesregierung auf, den innovativen Mittelstand stärker zu unterstützen

Die aktuelle Gesetzgebung gefährdet die Zukunft der Biotechnologie-Branche

Berlin (20.08.2007) - "Die Biotechnologie-Industrie in Deutschland sieht sich derzeit mit einer Flut von Gesetzesvorhaben konfrontiert, die eine Entwicklung eines im globalisierten Wettbewerb starken Industriezweiges behindert", so Dr. Peter Heinrich, Vorstandssprecher des Unternehmerverbandes BIO Deutschland e.V. in einer Pressekonferenz heute zum Thema "Biotechnologie-Branche in Gefahr". Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist eine wichtige Voraussetzung, um Innovationen zum Beispiel in den Bereichen Medizin und Umweltschutz voranzutreiben.

Nicht nur die vierte Novellierung des Gentechnikgesetzes, die jüngst vom Kabinett verabschiedet wurde, und die immer noch im Vergleich zu anderen Ländern restriktive und wissenschaftlich unbefriedigende Stichtagsregelung beim Stammzellgesetz, sondern auch die Unternehmensteuerreform oder das Gesetz zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalgesellschaften (MoRaKG) gefährden massiv die Entwicklung des innovativen Mittelstandes in Deutschland und schwächen seine Position an den internationalen Märkten.

Rolf Mathies, Managing Partner der Venture Capital-Gesellschaft Earlybird aus Hamburg, sagte zum Thema Wagniskapital, dass die Bundesregierung mit dem neuen Gesetz die Verbindung zwischen unternehmerischem Handeln und Spitzenforschung schwäche. "Die Biotechnologie-Industrie ist eine der forschungsintensivsten Branchen überhaupt. Ein Gesetz, das die Investitionen dafür unrentabel macht, kann nicht im Sinne der von der Bundesregierung verabschiedeten Hightech-Strategie zur Entwicklung eines Spitzenstandortes für Innovation sein."

"Ein Schritt in die richtige Richtung wäre die steuerliche Unterstützung innovativer Technologie-Unternehmen, die einen hohen Prozentsatz ihrer Ausgaben für Forschung und Entwicklung aufwenden, wie bereits in anderen europäischen Ländern üblich", so Prof. Dr. Olaf Wilhelm, Vorstandsvorsitzender der börsennotierten Wilex AG in München. Hingegen sähe der Entwurf des MoRaKG des Finanzministeriums (BMF) als "Zielgesellschaften" für förderwürdige Beteiligungen mit Wagniskapital allein Firmen mit nicht mehr als 20 Millionen Euro Eigenkapital an, die vor längstens zehn Jahren gegründet wurden. Unternehmen, die Medikamente entwickelten - das Gros der Biotech-Branche -, hätten in der Regel einen langen und großen Bedarf an Kapital, das über mehrere Finanzierungsrunden mit oft zweistelligen Millionenbeträgen zufließt.

Dr. Rainer Wessel, Vorstandsvorsitzender der Ganymed Pharmaceuticals AG, aus Mainz fügte hinzu: "Die Regierung sollte Möglichkeiten der uneingeschränkten und zeitlich unbegrenzten Nutzung von Verlustvorträgen bei innovativen Technologie-Unternehmen und aus Beteiligungen an solchen Unternehmen schaffen". Weiter sagte er, dass es wichtig wäre, die geplanten Anlagebestimmungen zu verändern: Eine starre Beteiligungshöhe von 70 Prozent würde zu einer umgehenden Gefährdung der Wagniskapitalbeteiligungsgesellschaft und ihrer Anleger führen. Denn diese könne auf Grund eines typischen Abschlusses einer Investition lediglich vorübergehend unterschritten werden. Zudem sei die vorgesehene Mindeststückelung eine unangemessene Benachteiligung von privaten Kleinanlegern, ohne dem Anlegerschutz tatsächlich dienen zu können.

Die Biotechnologie sei für dieses Jahrhundert eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien und Innova-tionstreiber, ergänzte Heinrich. Sie lege mit die Grundlage für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Mit Wachstumsraten von 15 bis 20 Prozent weltweit sei sie einer der größten Wachstumsmotoren sowohl für den Arbeits- als auch für den Kapitalmarkt. Innovative Biotech-Wirkstoffe machten bereits heute 27 Prozent der weltweiten Medikamentenforschung und 10 Prozent der weltweiten Medikamentenumsätze aus. Nur bei einer Verbesserung der Rahmenbedingungen werde das Fortbestehen eines innovativen und vielversprechenden Industriezweiges gewährleistet werden können.

469 Wörter /3.914 Zeichen

Download: Stellungnahme
Eine Stellungnahme der BIO Deutschland zum „Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG)“ des Bundesministeriums der Finanzen finden Sie unter www.biodeutschland.org/position/position.php

nach oben

14. August 2007

Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland wendet sich an Merkel wegen des Kapitalmangels in den kleinen und mittleren Biotechnologieunternehmen

BMF entwirft Gesetz an der Realität des innovativen Mittelstands vorbei

Berlin (14. 08. 2007) - Die Biotechnologie-Industrie fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Brief auf, "talentierte junge Menschen darin zu bestärken, in Deutschland unternehmerisches Handeln mit Spitzenforschung zu verbinden." Dr. Peter Heinrich, Vorstandssprecher des Unternehmensverbandes BIO Deutschland e.V., wendet sich an die Regierungschefin anlässlich der anstehenden Kabinettsitzung über den Gesetzesentwurf zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG). In dem Brief des Unternehmers und Vorstandsvorsitzenden der MediGene AG in Martinsried an Merkel heißt es weiter, dass es nur so gelingen könne, Innovationen zum Beispiel in den Bereichen Medizin und Umweltschutz zu entwickeln.

Der Entwurf des MoRaKG des Finanzministeriums (BMF) sieht Kriterien für förderwürdige Firmen vor, die an der Realität des innovativen Mittelstands vorbeigehen. "Zielgesellschaften" für förderwürdige Beteiligungen mit Wagniskapital sollen allein Firmen mit nicht mehr als 20 Millionen Euro Eigenkapital sein, die vor längstens zehn Jahren gegründet wurden. Unternehmen, die Medikamente entwickeln - das Gros der Biotech-Branche -, haben in der Regel einen langen und hohen Bedarf an Kapital. Er wird von einem immensen Entwicklungsrisiko und mehreren Finanzierungsrunden mit oft zweistelligen Millionenbeträgen begleitet. Durch die vom BMF vorgesehenen Beschränkungen würden innovative kleine und mittlere Firmen und ihre Investoren von einem Tag auf den anderen aus dem System fallen können, weil sich die Eigenkapitalbestände und Eignerstrukturen je nach Status der Finanzierung und der Forschung laufend ändern.

Handlungsspielraum für innovative Unternehmerinnen und Unternehmer und Investitionsanreize können nach Ansicht von Heinrich nur entstehen, wenn die Regierung Möglichkeiten der uneingeschränkten und zeitlich unbegrenzten Nutzung von Verlustvorträgen bei innovativen Technologie-Unternehmen und aus Beteiligungen an solchen Unternehmen schafft. Forschende Biotechnologiefirmen sind mehr als Unternehmen anderer Branchen auf Wagniskapital angewiesen. Noch immer ist es in Deutschland nicht gelungen, die Entwicklung innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen steuerlich so zu unterstützen, wie es in anderen europäischen Ländern üblich ist.

283 Wörter /2.254 Zeichen

Download: Stellungnahme
Eine Stellungnahme der BIO Deutschland zum „Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG)“ des Bundesministeriums der Finanzen finden Sie unter
www.biodeutschland.org/position/position.php

nach oben

25. Juli 2007

Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland zum angekündigten Strategiewettbewerb für die Medizin der Zukunft

Investitionen in die Entwicklung von innovativen Medikamenten sind ein richtiges Signal für die Biotech-Branche in Deutschland

Berlin (25.07.2007) - Der Wirtschaftsverband der Biotechnologie-Branche, BIO Deutschland e.V., begrüßt die jüngste vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgestellte Fördermaßnahme "BioPharma - Der Strategiewettbewerb für die Medizin der Zukunft". Der Wettbewerb soll der erste Schritt der "Pharma-Initiative" sein, mit der das BMBF im Rahmen der Hightech-Strategie für Deutschland die Entwicklung neuartiger Medikamente am Standort Deutschland unterstützen möchte.

Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland und Vorstand der MediGene AG in Martinsried, kommentierte die heute in Berlin vorgestellte Fördermaßnahme: "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn damit unterstützt das Ministerium Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des innovativen Mittelstandes und hilft damit, den Standort Deutschland zu sichern."

Beim Wettbewerb werden unternehmerisch geführte Konsortien aufgerufen, strategische Konzepte für eine effiziente Gestaltung der biopharmazeutischen Wertschöpfungskette vorzuschlagen. Für die besten Initiativen stellt das BMBF für die kommenden sechs Jahre rund 100 Millionen Euro zur Verfügung. Als Bewerber sind Gruppen gefragt, die sich selbst organisieren und wirtschaftlich relevante, biopharmazeutische Innovationen von der Forschung bis in die Anwendung konzeptionell entwickeln und umsetzen können. Im Mittelpunkt dieser Zusammenarbeit muss dabei eine detailliert geplante, gemeinsame Strategie stehen, um den über mehrere Jahre verlaufenden Prozess möglichst reibungslos in die Realität umzusetzen und einen Großteil der Wertschöpfung in Deutschland zu realisieren.

198 Wörter / 1.613 Zeichen

nach oben

24. Juli 2007

Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland wehrt sich gegen den politischen Kompromiss zum Gentechnikgesetz

Politik verhindert die Entwicklung des innovativen Mittelstands auf dem Gebiet der Pflanzenbiotechnologie

Berlin (24.07.2007) - Der Wirtschaftsverband der Biotechnologie-Branche, BIO Deutschland e.V., äußert sich entschieden gegen die heute auf einer Pressekonferenz in Berlin verkündeten Pläne des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die Bedingungen für die Pflanzenbiotechnologie zu verschärfen.

Horst Seehofer, Bundeslandwirtschaftsminister, und Ulrich Kelber, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion stellten heute in Berlin die politische Einigung bei der Novellierung des Gentechnikgesetzes rund 50 Journalisten vor. "Damit verhindern CDU/CSU und SPD de facto den Anbau biotechnologisch gezüchteter Pflanzen in Deutschland und bilden eine politische Front gegen Innovationen auf diesem Gebiet", sagte Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland und Vorstand der MediGene AG in Martinsried. Es sei leicht, Gesetze und Regularien so zu formulieren, dass man möglichst viele ausgrenzen und möglichst wenige teilhaben lassen kann. Damit schade Seehofer dem innovativen Mittelstand in Deutschland. "Denn je komplexer und aufwändiger die Regeln sind, die beachtet werden müssen, desto wahrscheinlicher haben besonders die hiesigen und vor allem die kleinen Firmen im Markt keine Chance", so Heinrich weiter.

"Abstandstands-, Transparenz- und Haftungsregelungen, wie sie im Entwurf der vorgestellten Gesetzesnovelle vorgeschlagen werden, ermöglichen nicht die Koexistenz, sondern verhindern sie, weil sie die Anwendung stigmatisieren", kommentiert Heinrich Seehofers Ausführungen weiter, "dann nützt auch die Forschungsförderung nichts, denn nur die Anwendung macht aus einem wissenschaftlichen Ergebnis eine Innovation "made in Germany"."

Seehofer plant bei der Novellierung des Gentechnikgesetzes (GenTG), die Anfang August vom Kabinett verabschiedet wird, Landwirten und Saatzuchtbetrieben so viele Hindernisse in den Weg zu stellen, dass diese kaum die Entwicklung dieser Zukunftstechnologie vorantreiben können. Der zuerst vom Ministerium geplante Mindestabstand von 150 Metern zwischen gentechnisch gezüchteten und ökologisch angebauten Pflanzenfeldern soll nun 300 Meter betragen. Darüber hinaus sieht das neue Gesetz unter anderem vor, dass wer gentechnisch gezüchtete Pflanzen anbauen will, sich in punkto Anbauabstand mit seinem Nachbarn abstimmen soll. Kommt es zu einer Einigung der Nachbarn, muss diese schriftlich angezeigt werden. "Ein erstaunlich aufwändiges Verfahren, bedenkt man, dass weltweit auf mittlerweile über 550 Mio. Hektar (h) praktische Erfahrungen mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen über einen Zeitraum von zehn Jahren gesammelt wurden" so Dr. Jens Katzek, BIO Deutschland-Vorstandsmitglied. Gleichzeitig fehle in dem politischen Kompromiss jedes Signal in Richtung der Feldzerstörer, erklärt Katzek weiter. "Diese können auch in Zukunft die Existenzgrundlage der Landwirte zerstören, ohne ernsthaft belangt zu werden", sagt er.

Damit begehen der Minister und seine Mitstreiter den gleichen Fehler, den Deutschland in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei der medizinischen Biotechnologie gemacht hat: 1978 wurde erstmals Humaninsulin im Labor biotechnologisch hergestellt, bereits 1982 begann die Vermarktung in den USA - mit dem entsprechenden Nutzen für die Patienten, die nun die nebenwirkungsärmere Medikation nutzen konnten, doch Deutschland sperrte sich gegen die neue Technologie 20 Jahre lang. Erst 1998 konnte bei Frankfurt die erste Produktionsstätte für Humaninsulin vom damaligen Chemie-Konzern Hoechst in Betrieb genommen werden. Bis heute hat der innovative Biotech-Mittelstand Deutschlands den Abstand zu den technologiefreundlicheren Ländern nicht einholen können.

468 Wörter / 3.648 Zeichen


Download: Stellungnahmen
Eine Stellungnahme der BIO Deutschland zum Referentenentwurf zur 4. Novelle des Gentechnikgesetzes sowie zum Entwurf einer Verordnung über die gute fachliche Praxis bei der Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen (Gentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung – GenTPflEV) finden Sie unter
http://www.biodeutschland.org/position/position.php

nach oben

23. Juli 2007

Glaubenskriege finden keine Akzeptanz in der Bevölkerung

BIO Deutschland und BDP verurteilen Feldzerstörungen

Berlin/Bonn (23.07.2007) - Der Wirtschaftsverband der Biotechnologie-Branche, BIO Deutschland e.V., und der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP) haben keinerlei Verständnis für die am Wochenende erfolgten Verwüstungen von Feldern mit gentechnisch-verändertem (gv) Mais im Oderbruch. Das Eigentum anderer zu beschädigen oder andere dazu anzustiften, ist strafbar. "In Deutschland wird offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen", sagt Viola Bronsema, Geschäftsführerin von BIO Deutschland, "wenn die Politik auf der einen Seite auf eine verschärfte Gesetzgebung für Anwender besteht und die Strafverfolgung für gesetzeswidrige Handlungen von Technologiegegnern gleichzeitig so wenig abschreckend wirkt". Der Geschäftsführer des BDP, Ferdinand Schmitz, ergänzt: "Es muss Schluss sein mit diesen öffentlichen Aufrufen zu Feldzerstörungen. Die Meinungsfreiheit gebe diesen Tätern nicht das Recht, Landwirte samt ihrer Familien derart unter Druck zu setzen und deren Einnahmequelle zu zerstören". Schließlich gehe es um Produkte, die in ganz Europa von mehr als 50 Behörden auf ihre Sicherheit hin überprüft und zugelassen worden sind.

Gleichzeitig werten es Bronsema und Schmitz als hoffnungsvolles Signal, dass die kriminelle Aktion auch bei der Bevölkerung vor Ort auf deutliche Ablehnung stößt. Die Menschen erkennen, dass diese Form der Auseinandersetzung in eine Sackgasse führe. Zumal die Gentechnikgegner offenbar nicht an ernsthaften und lösungsorientierten Gesprächen interessiert seien. Das haben die, nach Bewohnerangaben, ca. 250 Gentechnikgegner auch am Sonntag im brandenburgischen Altreetz wieder bewiesen. Trotz einstweiligen Verfügungen gegen einzelne Aktivisten stürmten und verwüsteten Teilnehmer der Demonstration anliegende gv-Maisfelder. Das Katz- und Maus-Spiel mit den 500 Einsatzkräften der Polizei gipfelte in 66 Festnahmen und fast 3.000 qm zerstörter Fläche.

Die beiden Geschäftsführer fordern, dass es für innovative Unternehmer und Landwirte in Deutschland möglich sein muss, ohne Furcht vor Repressalien marktreife und als sicher getestete gv-Sorten anzubauen. Nur so könnten sie international wettbewerbsfähig bleiben und den Standort Deutschland stärken. Bronsema und Schmitz appellieren daher an die zuständigen Behörden, mögliche Straftäter konsequent zur Rechenschaft zu ziehen.



299 Wörter / 2.294 Zeichen

nach oben

17. Juli 2007

Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland zur angekündigten Novellierung des Stammzellgesetzes

"Wir brauchen eine konkurrenzfähige Forschung in Deutschland"

Berlin (17.07.2007) - Der Wirtschaftsverband der Biotechnologie-Branche, BIO Deutschland e.V., begrüßt die neu entfachte Debatte über eine Änderung des Stammzellgesetzes nach der gestrigen Stellungnahme des Nationalen Ethikrates. Denn die derzeit erlaubte Verwendung von Stammzelllinien, die vor dem 1. Januar 2002 hergestellt wurden, lässt Grundlagenforschung lediglich in einem sehr engen Rahmen zu. Darüber hinaus sind diese Linien unter anderem wegen Verunreinigungen und aufgrund genetischer Veränderungen, die mit der Kulturdauer einhergehen, für einen therapeutischen Einsatz am Menschen ungeeignet. Besonders problematisch ist für deutsche Stammzellforscher, dass sie sich strafbar machen können, wenn sie sich im Ausland an Projekten beteiligen, bei denen jüngere embryonale Stammzelllinien verwendet werden, mit denen nach deutschem Recht nicht experimentiert werden darf.

Professor Felicia Rosenthal, Mitglied des BIO Deutschland-Vorstandes und Geschäftsführerin der CellGenix GmbH in Freiburg meint hierzu: "Eine Neuregelung des Stammzellgesetzes und eine Anpassung der Stichtagsregelung erscheinen schon lange aufgrund dieser Erkenntnisse dringend angebracht. Wir brauchen eine konkurrenzfähige Forschung in Deutschland, damit wir den Anschluss an die internationale Spitze nicht verpassen."

Zum Hintergrund: In der letzten Stellungnahme vor seiner Auflösung hat der Nationale Ethikrat mehrheitlich eine Lockerung des Stammzellgesetzes befürwortet. Die bisher geltende Stichtagsregelung, die nur eine Verwendung von vor 2002 erstellten Zelllinien erlaubt, solle durch eine "praktikable und zuverlässige Einzelfallprüfung" ersetzt werden, empfahl das Gremium am Montag (16.07.07) in Berlin. Auch auf diese Weise könne bei entsprechenden Vorschriften für Import und Verwendung das Schutzziel des Gesetzes gewährleistet werden: zu vermeiden, dass von Deutschland ein Impuls ausgeht, embryonale Stammzellen zu gewinnen. Zulässige Nutzungszwecke sollten künftig neben der Forschung auch Diagnose und Behandlung sein, erklärten 14 der 24 Ratsmitglieder.

Zu der gestrigen Stellungnahme des Ethikrates äußerten sich verschiedene Politiker aller Parteien, eine Debatte im Bundestag ist für die Zeit nach der Sommerpause angekündigt worden.

280 Wörter / 2.216 Zeichen

Download: Positionspapier
Ein Positionspapier der BIO Deutschland zur regenerativen Medizin und Stammzellforschung finden Sie unter www.biodeutschland.org/position/position.php

nach oben

27. Juni 2007

Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland zum Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands

Für eine Stärkung der Innovationstätigkeit der Unternehmen

Berlin (27.06.2007) - Der Wirtschaftsverband der Biotechnologie-Branche, BIO Deutschland e.V., begrüßt, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Erkenntnisse des jüngsten Berichts zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands gleich in konkrete Aktivitäten umsetzt. Das BMBF lädt am 4. Juli Interessensvertreter unterschiedlicher Branchen zur interdisziplinären Diskussion über die wesentlichen Empfehlungen des Berichtes und seine Konsequenzen ein. Insbesondere die Themen Fachkräftemangel, öffentliche Förderung von Forschung und Entwicklung (F&E) und steuerliche Rahmenbedingungen werden im Vordergrund stehen.

Der Dialog zwischen Vertretern der Ministerien und der Wirtschaft kann maßgeblich dazu beitragen, die Zukunftsfähigkeit des innovativen Mittelstandes zu sichern. Ein Beispiel stellt das geplante Wagniskapitalbeteiligungsgesetz dar. Mit seinem Eckpunktepapier "Förderung von Wagniskapital - Begrenzung der mit Finanzinvestitionen verbundenen Risiken" leistete Anfang Mai dieses Jahres das Bundesministerium der Finanzen (BMF) eine weitgehend zutreffende Analyse der bestehenden Situation in Deutschland - die vorgeschlagenen Konsequenzen griffen jedoch zu kurz. Die Umsetzung der Anregungen von anderen Ministerien und von den Verbänden zum BMF-Vorschlag wird nun hoffentlich zu einem Gesetzesentwurf führen, der die Rahmenbedingungen für Risikokapitalgeber tatsächlich verbessern und somit die Investitionen in innovative Unternehmen attraktiver machen kann. Junge innovative Unternehmen, die bisher die Nettozahler der Umsatzsteuerreform waren, müssten dann nicht um ihre Existenz fürchten.

Die Biotechnologie ist eine der wichtigsten Zukunftsbranchen Deutschlands und wird zum großen Teil geprägt von innovativen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Der innovative Mittelstand investiert in F&E und schafft so hochwertige Arbeitsplätze. Derzeit erschweren jedoch zahlreiche Gesetze die Umsetzung der F&E-Aktivitäten der KMUs in marktfähige Produkte, beispielsweise die kürzlich beschlossene Unternehmenssteuerreform und das Gentechnikgesetz (GenTG). In ihrem Positionspapier macht BIO Deutschland deutlich, dass auch bei der Novellierung des GenTG die Interessen des innovativen Mittelstandes in Deutschland sowie der Anwender neuer Anbau- und Züchtungstechniken unter den Landwirten und Saatgutherstellern berücksichtigt werden müssen.

Ziel muss sein, immer wieder aktiv nach Möglichkeiten zu suchen, den innovativen Mittelstand Deutschlands, der ein hohes unternehmerisches Risiko trägt, zu unterstützen.


320 Wörter /2.724 Zeichen


Download: Stellungnahmen
Eine Stellungnahme der BIO Deutschland zum Eckpunktepapier „Förderung von Wagniskapital – Begrenzung der mit Finanzinvestitionen verbundenen Risiken“ des Bundesministeriums der Finanzen finden Sie unter http://www.biodeutschland.org/position/position.php

Eine Stellungnahme der BIO Deutschland zum Referentenentwurf zur 5. Novelle des Gentechnikgesetzes sowie zum Entwurf einer Verordnung über die gute fachliche Praxis bei der Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen (Gentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung – GenTPflEV) finden Sie unter
http://www.biodeutschland.org/position/position.php

nach oben

5. Juni 2007
Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland auf der Woche der Umwelt auf Schloss Bellevue

Persilschein für die Biotechnologie - Nachhaltigkeit und innovative Umwelttechnik

Berlin (05.06.2007) – Der Wirtschaftsverband der Biotechnologie-Branche, BIO Deutschland e.V., richtet am 6. Juni während der Dritten Woche der Umwelt im Park von Schloss Bellevue, Sitz des Bundespräsidenten in Berlin, ein Forum über den Beitrag der Biotechnologie zum Schutz der Umwelt aus.

Unter dem Titel "Persilschein für die Biotechnologie - Nachhaltigkeit und innovative Umwelttechnik" werden sich fünf von der BIO Deutschland eingeladene Experten über den Einsatz von Biotechnologie im Alltag austauschen: in Waschmitteln, in Lebensmitteln, als Lieferant neuer Medikamente sowie innovativer Kosmetika u.ä. Den etwa 10.000 erwarteten Besuchern - darunter Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft - soll damit die Möglichkeit geboten werden, sich mit einer der wichtigsten Zukunftstechnologien für das 21. Jahrhundert auseinanderzusetzen.

Die Mitwirkende auf dem Podium, das von Andreas Mietzsch (Vorstand der BIO Deutschland, Herausgeber der Zeitschrift transkript und Vorstandsvorsitzender der BIOCOM AG) moderiert wird, sind:

- Prof. Dr. Birgit Kamm, Institutsleiterin des Forschungsinstitutes Bioaktive Polymersysteme
- Dr. Manfred Kircher, Vorstandsvorsitzender Cluster Industrielle Biotechnologie e.V. und Degussa AG Creavis Corporate Venture
- Dr. Roland Schröder, Director WRS Sustainability, Henkel KGaA
- Dr. Günter Wich, Director Biotechnology Corporate R&D, Wacker AG
- Dr. Holger Zinke, Vorstandsvorsitzender BRAIN AG

Bundespräsident Horst Köhler lädt zum dritten Mal die besten Unternehmen und Institutionen zur Präsentation innovativer Umweltschutztechnologien und -projekte. Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Bundespräsidialamt und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) durchgeführt. Mehr als 180 Aussteller präsentieren ab heute ihre Innovationen im Park von Schloss Bellevue. Zusätzlich erwartet die Besucher ein reichhaltiges Vortrags- und Diskussionsprogramm auf der Hauptbühne und in den verschiedenen Fachforen. Ein umfangreiches Vortragsprogramm mit mehr als 200 Referenten rundet das attraktive Programm ab. Am Rande: Das Forum der BIO Deutschland fällt genau auf die Geburtstagsfeier für das bekannte Waschmittel Persil, das am 6. Juni 1907 auf den Markt kam und seit 1969 biologisch aktiv mit Hilfe von Enzymen wäscht.

297 Wörter /2.250 Zeichen

nach oben

4. Juni 2007
Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland zur Konferenz über die Europäische Charta für Kleinunternehmen

Kleinunternehmen sind die Haupttriebfeder für Innovation und Beschäftigung in Europa

Berlin (04.06.2007) - Der Wirtschaftsverband der Biotech-Branche, BIO Deutschland e.V., betont anlässlich der 4. Konferenz über die Europäische Charta für Kleinunternehmen in Berlin die Notwendigkeit für den Standort Deutschland und Europa, innovative kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu unterstützen. Insbesondere das geplante Wagniskapitalbeteiligungsgesetz (WKBG) müsse nun im Sinne des deutschen innovativen Mittelstandes ausgestaltet werden.

Gastgeber der Konferenz am 4. und 5. Juni sind Michael Glos, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, und die Europäische Kommission (Generaldirektion Unternehmen und Industrie). Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat zudem Ende Mai eine Abteilung Technologiepolitik gegründet, die sich u.a. mit den Themen Bio- und Gentechnik befasst. Die neue Abteilung hat ihre Arbeit bereits am 1. Juni aufgenommen und untersteht Staatssekretär Dr. Joachim Wuermeling.

Bei der Umwandlung des bestehenden Unternehmensbeteiligungsgesetzes in das WKBG fordert das BMWi ein allgemeines Standortgesetz. Bundeswirtschaftsminister Glos setzt sich dabei dafür ein, Ausnahmen für junge Unternehmen in den Gesetzestext vorzusehen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern. Die BIO Deutschland fordert ebenfalls, dass das Gesetz besser auf die Realität des innovativen deutschen Mittelstandes abgestimmt wird.

Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland und Vorstand der MediGene AG, sagt zu den Hintergründen der Konferenz: "Der innovative Mittelstand ist das Rückgrat der europäischen Wirtschaft als Hauptträger von Beschäftigung und Nährboden für Geschäftsideen. Die BIO Deutschland wird sich für die Umsetzung der Charta-Ziele für die Biotech-Branche einsetzen." Heinrich fügte zum Thema Steuern hinzu: "Laut Charta sollen die Steuersysteme so umgestaltet werden, dass Leistung belohnt, die Gründung von Unternehmen begünstigt sowie das Wachstum von Firmen und die Beschäftigung gefördert werden. Die BIO Deutschland begrüßt ausdrücklich die Bestrebungen des Wirtschaftsministeriums, diese Ziele für den innovativen Mittelstand durchzusetzen."

Die Konferenz wird sich mit einzelnen Aktionsbereichen zur Verbesserung des Unternehmensumfelds befassen. Erwartet werden 300 bis 400 Vertreter aus mehr als 40 Ländern: Multiplikatoren, Interessenvertreter von KMU sowie Mitarbeiter öffentlicher Stellen der EU und der assoziierten Länder, die das politische Umfeld für kleine Unternehmen verbessern wollen.

Laut der neuesten Biotechnologie-Firmenumfrage, die die Informationsplattform biotechnologie.de im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt hat, gibt es in Deutschland rund 500 Biotech-Unternehmen, die im Vergleich zu 2005 einen Zuwachs an Mitarbeitern um neun Prozent auf 14.100 verzeichnen konnten. Die Bedeutung der Biotechnologie wuchs aber offensichtlich auch in solchen Unternehmen, bei denen diese Technologie nur einen Teil des Geschäftes ausmacht: Insgesamt 56 solcher Firmen, zu denen insbesondere Pharma- und Chemiekonzerne sowie Saatguthersteller zählen hierzu - hier stiegen die Beschäftigungszahlen im Biotechnologiebereich im Vergleich zum Vorjahr sogar um 36% auf rund 15.000. Damit waren im Jahr 2006 insgesamt rund 29.000 Personen in der kommerziellen Biotechnologie tätig, ein Plus von 22 %. Alle Unternehmen zusammen haben im Jahr 2006 einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro erwirtschaftet (Zuwachs von 14%). Noch stärker stiegen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Die Unternehmen investierten 2006 insgesamt über 970 Mio. Euro in ihre F&E-Aktivitäten, 36% mehr als noch 2005. Ein Drittel der Unternehmen hat zudem privates Geld von Wagniskapitalgebern erhalten und insgesamt sieben Unternehmen wurden neu an der Wertpapierbörse gelistet. Auch der Biotech-Report von Ernst & Young hatte positive Tendenzen in der Biotech-Branche ausgemacht. Die Analyse des Beratungsunternehmens hatte allerdings gezeigt, dass im vergangenen Jahr die Wagniskapitalfinanzierung privater Firmen stark eingebrochen ist.


536 Wörter /4.137 Zeichen

nach oben

9. Mai 2007
Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland gewinnt 150. Mitglied

BioGenes schließt sich in Boston der BIO Deutschland an

Boston (9/5/2007) - Am Stand der Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland e.V. (BIO Deutschland) auf der BIO International Convention in Boston hat die BioGenes GmbH mit Sitz in Berlin ihren Antrag auf Mitgliedschaft bei dem Wirtschaftsverband gestellt. Der Vorstandsvorsitzende der BIO Deutschland, Peter Heinrich (CEO MediGene AG), sagte: "Wir freuen uns sehr, mit BioGenes ein Biotechnologieunternehmen gewonnen zu haben, das schon seit 15 Jahren als Anbieter im Bereich Entwicklung und Produktion von Antikörpern erfolgreich ist." Der wissenschaftliche Geschäftsführer von BioGenes, Sergej Ovodov, erklärte: "Wir beobachten die Arbeit der BIO Deutschland schon eine Weile mit großem Interesse. Nun wollen wir gemeinsam mit den anderen Biotechnologie-Firmen auch aktiv dazu beitragen, dass Deutschland in Zukunft eine noch stärkere Rolle in dieser Schlüsseltechnologie spielt."

BioGenes wurde 1992 gegründet und unterstützt seitdem seine Kunden mit spezifischen Serviceleistungen auf dem Gebiet der Antikörperentwicklung und Produktion. Ein weiteres Aktivitätsfeld des Unternehmens ist die Entwicklung, Validierung und Produktion von Immunoassays für die Pharmaforschung- und Produktion sowie die Diagnostik. Mittlerweile nutzen Kunden in mehr als 25 Ländern den Service und schätzen die Qualität, wissenschaftliche Beratung und die Realisierung auch spezieller Anforderungen zu Leistungen und Dokumentation. BioGenes ist seit 1999 nach DIN ISO 9000 zertifiziert, arbeitet profitabel und hat 22 Mitarbeitende. Der kaufmännische Geschäftsführer ist Alexander Knoll. BioGenes präsentiert sich ihren internationalen Kunden aus Biotechnologie- und Pharmaindustrie sowie Forschungseinrichtungen auf der BIO International Convention in Boston. Die BIO International Convention findet vom 6. bis zum 9. Mai statt und ist die weltweit größte Biotechnologieveranstaltung mit Ausstellungen, Vorträgen und Netzwerkveranstaltungen.

BIO Deutschland ist mit seinen Mitgliedern in diesem Jahr erstmalig im "German Pavilion" auf der BIO International Convention mit einem eigenen Stand vertreten. Der Wirtschaftsverband war außerdem an der Veranstaltung "Biotech made in Germany: From Start-up to Grown-up" der Invest in Germany, IIC, anlässlich der BIO International Convention am vergangenen Sonntag in Boston neben dem Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (gsf) sowie den Firmen Artemis Pharmaceuticals, Noxxon Pharma und Silence Therapeutics (vormals Atugen AG) beteiligt. Die Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland (BIO Deutschland) mit Sitz in Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, in Deutschland die Entwicklung eines innovativen Wirtschaftszweiges auf Basis der modernen Biowissenschaften zu unterstützen und zu fördern. berlinbiotechpark GmbH, CMS Hasche Sigle, DZ Bank AG, EBD Group, Ernst & Young AG, Hogan & Hartson Raue LLP, KPMG AG, Ray & Berndtson GmbH, TVM Capital GmbH, UBS Wealth Management AG und VISCARDI AG sind Fördermitglieder der BIO Deutschland.

389 Zeichen / 2.959 Wörter


BioGenes
 

nach oben

25. April 2007
Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland veranstaltet Finanz-Forum

1. Deutscher Biotech-Finanz-Gipfel heute in Berlin eröffnet

Berlin (25.04.2007) - Heute wird der 1. Deutsche Biotech-CFO-Gipfel in den Räumen der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Bank in der Mitte Berlins mit einem Abendempfang eröffnet. Das eintägige Forum am 26.04.07 wird etwa 90 Experten aus dem Finanzsektor der Biotech-Branche versammeln, die sich auf Podiumsdiskussionen und Vorträgen austauschen werden. Die Themen reichen von der Bewertung bei Unternehmensverkäufen und auf dem Kapitalmarkt über das Spannungsfeld Investition versus Gewinnerwartung bis hin zu Voraussetzungen und Nutzung von alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

Der CFO-Gipfel wird organisiert vom Wirtschaftsverband für die Biotech-Branche, BIO Deutschland e.V., und ihrer Arbeitsgruppe "Finanzen & Steuern" unter der Leitung von Professor Dr. Dirk Honold, Acting CFO der BRAIN AG in Zwingenberg, und Dr. Jan Schmidt-Brand, CEO der Heidelberg Pharma AG in Heidelberg. Die Veranstaltung wird unterstützt von den Goldsponsoren CMS Hasche Sigle, Deutsche Bank, Kaye Scholer, MorphoSys und SAP und den Silbersponsoren Ernst & Young und KPMG.

Dirk Honold sagt zum erstmaligen Ereignis: "Wir sind sehr froh, der Biotechnologie-Branche diese Plattform erstmals anbieten zu können. Im Hinblick auf die Auswirkungen der geplanten Unternehmensteuerreform 2008 und die aktuelle Lage an den Finanzmärkten ist es wichtig und notwendig, dass unsere innovative Branche, über künftige Herausforderungen offen und angeregt diskutiert." Jan Schmidt-Brand fügt hinzu: "Unsere Branche hat in den vergangen Jahren einen Spitzenplatz im weltweiten Wettbewerb erlangt. Umso wichtiger ist es nun, diese positive Entwicklung durch angemessene Rahmenbedingungen in die Zukunft zu tragen."


224 Wörter /1.664 Zeichen

Das Programm des 1. Deutschen Biotech-CFO-Gipfels finden Sie unter:
http://www.biodeutschland.org/cfo-gipf/CFO-Gipfel_Programm_120407.pdf

nach oben

24. April 2007
Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland bei der Anhörung zur Unternehmensteuerreform

BIO Deutschland warnt vor negativen Auswirkungen für den innovativen Mittelstand

Berlin (24.03.2007) - Anlässlich einer morgigen Anhörung im Bundestag zur geplanten Unternehmensteuerreform möchte der Wirtschaftsverband der deutschen Biotechnologiebranche, BIO Deutschland, eindringlich vor den Folgen bei der Umsetzung des Reformentwurfes für den innovativen Mittelstand warnen.

In einer Stellungnahme hat der Wirtschaftsverband die im Entwurf der Unternehmensteuerreform geplanten erheblichen Belastungen der Finanzierung innovativer, junger Unternehmen abgelehnt. Die erschwerte Verlustverrechnung bestraft unternehmerisches Risiko noch stärker als bisher. Die geplante Abgeltungssteuer belastet zusätzlich das Klima für Privatinvestitionen in innovative Unternehmen in Deutschland. Mittelständische Unternehmen, die in Innovationen investieren, schaffen hochwertige Arbeitsplätze. Sie haben allerdings einen hohen und langfristigen Kapitalbedarf bei der Entwicklung ihrer Produkte. Der Bedarf wird in erster Linie aus Eigen- bzw. Wagniskapital gedeckt. Eine Erhöhung der Steuerlast für diese Unternehmen und ihre Investoren gefährdet die Existenz des innovativen Mittelstandes in Deutschland.

BIO Deutschland, vertreten durch Professor Dirk Honold, Acting CFO der BRAIN AG in Zwingenberg und Leiter der Verbandsarbeitsgruppe "Finanzen und Steuern", wird morgen bei der Anhörung im Bundestag ausdrücklich die negativen Auswirkungen der Unternehmensteuerreform auf den innovativen Mittelstand betonen.

165 Wörter /1.397 Zeichen

Den Text der Stellungnahme der BIO Deutschland finden Sie unter: http://www.biodeutschland.org/position/position.php

nach oben

23. April 2007
Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland zur vorgestellten Bio4EU-Studie zur Bedeutung der Biotechnologie für Europas Wirtschaftsentwicklung

Biotechnologie in Europa: Jobmotor, Quelle medizinischer Innovationen und Grundlage nachhaltiger Industrieproduktion

Berlin (23.04.2007) - Die Biotechnologie hat in den vergangenen Jahren eine zentrale Bedeutung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung Europas erlangt. Sie führt mittlerweile zu relevant positiven Auswirkungen auf dem Arbeitsplatz-, Gesundheits- und Agrarsektor, auf die Nachhaltigkeit von industriellen Produktionsprozessen und auf den Schutz der Umwelt. Dies ist das Ergebnis einer von der EU-Kommission im Auftrag gegebenen Studie, die Ende vergangener Woche in Brüssel auf dem Bio4EU-Symposium vorgestellt wurde.

Der Wirtschaftsverband der Biotech-Branche, BIO Deutschland e.V., begrüßt ausdrücklich die Veröffentlichung der Studie mit dem Titel "Consequences, Opportunities and Challenges of Modern Biotechnology for Europe". Die Ergebnisse zeigen, dass die moderne Biotechnologie für fast zwei Prozent der EU-Bruttowertschöpfung verantwortlich ist. Die sozialen Auswirkungen dieser Technologie werden auch in den Arbeitsplatzzahlen deutlich: Etwa 1,5 Millionen Menschen arbeiten europaweit in Biotechnologie basierten Produktionsprozessen (beispielsweise Nahrungsmittelverarbeitung, Detergenzien-Industrie und Textil-Veredelung) - ohne die Mitarbeiter in der pharmazeutischen und chemischen Produktion zu berücksichtigen.

Europa, und darunter Deutschland in einer Spitzenposition, ist derzeit für 75 Prozent der weltweiten Enzymproduktion verantwortlich. Diese Substanzen werden verstärkt in industriellen Prozessen eingesetzt, was zu einer deutlichen Verminderung des Energieverbrauchs und einer Reduktion des Kohlendioxid-Ausstosses führt. So wird beispielsweise in Bereichen der Textilindustrieproduktion dank des Einsatzes von Enzymen bis zu 50 Prozent weniger Wasser verbraucht oder sogar 80 Prozent des Chemikalienverbrauchs reduziert. Und bei der Verwendung biotechnologisch hergestellter Enzyme bei Waschmitteln kann eine 70 prozentige Energiereduktion erreicht werden.

Auch auf dem Medizin-, Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor hat die Biotechnologie trotz der in einigen EU-Ländern restriktiven Gesetzgebung einen bedeutenden Anteil erlangt: Mehr als 20 Prozent des Umsatzes bei Landwirtschaft und Nahrungsmittel gehen auf das Konto biotechnischer Methoden und Verfahren zurück; bei Arzneimitteln sind es 9 Prozent, bei Impfstoffen 17 Prozent und bei Diagnostika sogar 30 Prozent.

Dr. Peter Heinrich, BIO Deutschland-Vorstand und CEO der MediGene AG sagt: "Die Ergebnisse der Studie unterstreichen erneut die große Bedeutung der Biotechnologie-Branche für die wirtschaftliche Entwicklung Europas im globalen Wettbewerb. BIO Deutschland fordert deshalb nachdrücklich eine konsequente Umsetzung der bereits 2002 beschlossenen EU-Strategie für Biowissenschaften und Biotechnologie." Er fügt weiter hinzu: "Damit die Biotechnologie weiterhin als Motor bei der Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze dienen kann und um die internationale Wettbewerbsfähigkeit auszubauen, brauchen wir insbesondere in Deutschland wirtschaftspolitisch angemessene Rahmenbedingungen zur Standortsicherung."

357 Wörter /2.968 Zeichen

Die komplette Studie finden Sie unter: http://bio4eu.jrc.es/documents/Bio4EUsynthesisreportEUR22728EN.pdf

nach oben

21. März 2007
Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland zur Unternehmenssteuerreform

Regierungsentwurf enttäuscht innovativen Mittelstand - BIO Deutschland begrüßt Änderungswillen von Schavan und Glos

Berlin (21.03.2007) - In Schreiben an die Bundesforschungsministerin und den Bundesminister für Wirtschaft und Technologie betont der Wirtschaftsverband der deutschen Biotechnologiebranche, BIO Deutschland, erneut die dringende Notwendigkeit weiterer Änderungen im Gesetzentwurf der Regierung zur geplanten Unternehmenssteuerreform.

"Den Bundesfinanzminister scheint die Existenz einer ganzen innovativen Branche völlig kalt zu lassen", sagt der Vorsitzende des Vorstands der BIO Deutschland, Peter Heinrich, "wir setzen darum unsere Hoffnungen auf die Bundesforschungsministerin, Dr. Annette Schavan, und den Bundeswirtschaftsminister, Michael Glos." Politisch konsequent hatten beide in der Kabinettssitzung Nachbesserungen im Gesetzentwurf speziell für die mittelständischen Technologieunternehmen gefordert. Sowohl die Behandlung der Verlustvorträge im Körperschaftssteuergesetz als auch die Anrechnung von Lizenzausgaben auf die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer schaden speziell innovativen kleinen und mittleren Firmen. "Wenn Technologieunternehmen trotz massiver Verluste aus ihrer Substanz Steuern bezahlen müssten, wäre das verfassungsrechtliche Prinzip der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit berührt", erklärt die BIO Deutschland im Schreiben an Glos. Verfassungsrechtlich bedenklich sei auch die Abgeltungssteuer, weil sie Fremdkapital gegenüber dem von Technologieunternehmen benötigten Eigenkapital begünstige, so der Verband weiter. "Wir sind sehr erleichtert, dass es wenigstens einige Politikerinnen und Politiker gibt, die sich tatkräftig und engagiert für die innovativen Mittelständler in Deutschland einsetzen", sagt Heinrich, "denn jetzt gilt es, eine Unternehmensteuerreform zu verhindern, die speziell die Technologie-Unternehmen existenziell bedroht."

Die Bundesregierung hatte bisher die Meinung vertreten, dass Deutschland als rohstoffarmes Land für den Erhalt seines Wohlstandes und zur Sicherung von insbesondere hoch qualifizierten Arbeitsplätzen verstärkt auf einen gut funktionierenden Technologiesektor angewiesen sei, ergänzt er. In der "Hightech-Strategie für Deutschland" erklärten Annette Schavan und Michael Glos gemeinsam: "Deshalb müssen wir steuerlich attraktive Rahmenbedingungen für die Anlage von Vermögen in Wagniskapital schaffen." Weiter ist dort zu lesen: "Nachteilig wirken sich insbesondere steuerliche Verlustverrechnungsbeschränkungen für mittelständische Technologieunternehmen [...] aus"; darum werde die Regierung die Kapitalausstattung insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen verbessern und international attraktive Rahmenbedingungen schaffen.

Der Gesetzentwurf schlägt nun ganz im Gegensatz dazu vor, die Verlustvortragsregelung noch zu verschärfen. Technologieunternehmen sind zur Finanzierung ihrer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen auf Wagnis- bzw. Eigenkapital angewiesen. Wegen des hohen Risikos und fehlender Sicherheiten ist ihnen der Zugang zu Fremdkapital meist versperrt. Durch Finanzierungsrunden mit privaten Kapitalgebern verändert sich in der Regel die Beteiligungsstruktur. Allein dadurch entfallen bestehende steuerliche Verlustvorträge anteilig oder ganz.

Die geplante Abgeltungsteuer sieht eine pauschale Steuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge vor. Sie kommt Konzernen mit internationalen Anteilseignern zugute und soll zudem Steuerhinterziehungen vermeiden, indem sie Kapitaleinkünfte an der Quelle besteuert. Aus Sicht von Technologieunternehmen, die verstärkt auf das Kapital privater Investoren angewiesen sind, ist diese Neuregelung nachteilig. Denn die Spekulationsfrist für die Veräußerung von im Privatvermögen gehaltenen Beteiligungen soll wegfallen. Und der Ausgleich von Verlusten auf dieselbe Einkunftsart soll beschränkt werden. Zudem wird wahrscheinlich die Abschaffung des Halbeinkünfteverfahrens sowie die Beschränkung des Werbungskostenabzugs die Entlastungswirkung eines Abgeltungssteuersatzes von 25 Prozent meist ins Gegenteil verkehren. Innovative Unternehmen sind stark betroffen, da sie Kapitalanleger durch die Aussicht auf Kurssteigerungen und nicht auf Dividenden anziehen. Gerade Kursgewinne werden aber am stärksten steuerlich belastet.

481 Wörter /4.139 Zeichen

nach oben

13. März 2007
Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland veröffentlicht Stellungnahme:

Kompromisse zum Gentechnikgesetz in Teilen enttäuschend - dennoch ein Schritt in die richtige Richtung

Berlin (13.03.2007) - Der Wirtschaftsverband der deutschen Biotechnologiebranche, BIO Deutschland, äußert sich in einer heute veröffentlichten Stellungnahme zur Novellierung des Gentechnikgesetzes zum Kompromisspapier des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

"Das vom Bundeskabinett kürzlich verabschiedete Eckpunktepapier zum Gentechnikgesetz stellt einen Kompromiss dar, der von den beteiligten Forschern, Unternehmen und Landwirten erhebliche Anstrengungen verlangt und viele Hoffnungen auf eine stärker praxisorientierte Herangehensweise im Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen enttäuscht hat," erklärt die Biotechnologie Industrie-Organisation. "Dennoch, sieht das Eckpunktepapier in manchen Bereichen auch eine Flexibilität vor, die aus Sicht der Praxis zu begrüßen ist, wie zum Beispiel die vorgeschlagenen Abstandsregelungen zwischen zwei Feldern, wenn etwa der Nachbar ebenfalls gentechnisch gezüchtete Pflanzen anbaut." In diesem Zusammenhang richtet Dr. Jens A. Katzek, BIO Deutschland-Vorstand und Geschäftsführer der BIO Mitteldeutschland GmbH, die Forderung an die Politik, dass es nun umso wichtiger sei, die weiterführende Debatte ehrlich und besonnen fortzusetzen. "Nur unter der Prämisse der gegenseitigen Toleranz werden wir aus der Sackgasse herauskommen, in der sich die Debatte in den vergangenen Jahren befand," sagt Katzek weiter.

Die Gentechnik ist aufgrund ihrer Komplexität nicht leicht erklärbar. Umso schwieriger ist es, allein mit Informationen ein objektives Bild zu vermitteln. Das zeigt auch die aktuelle Panikmache in Bezug auf Ergebnisse von Fütterungsstudien. Eine Vorgehensweise, die es leider auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben hat. Zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen dabei mit Flugzeugbomben zu vergleichen, stellt jedoch eine neue Qualität der Polemik dar und ist absolut unverantwortlich. Die in der Vergangenheit bei solchen Anlässen vorgebrachten Bedenken konnten von anerkannten Fachleuten im Nachhinein immer wieder entkräftet werden - aber der beabsichtigte Effekt der Verbraucherverunsicherung blieb erhalten. Um Verbraucherbedenken zu berücksichtigen, sind in den vergangenen zwanzig Jahren - also auch unter der Rot-Grünen Bundesregierung - immer umfangreichere gesetzliche Rahmenbedingungen und Kontrollinstanzen geschaffen worden, die den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen regeln. Darüber hinaus wurden hunderte von Millionen Euro in die Sicherheitsforschung investiert, die im Wesentlichen bestätigt hat, dass gentechnisch veränderte Pflanzen genauso sicher sind wie konventionell gezüchtete Pflanzen. Immerhin wurden weltweit auf mittlerweile über 550 Mio. Hektar praktische Erfahrungen mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen über einen Zeitraum von zehn Jahren gesammelt. Zum Größenvergleich: Die 27 Mitgliedstaaten umfassende EU haben eine Gesamtfläche von 432 Mio. Hektar.

"Die Diskrepanz zwischen der Menge der in anderen Teilen der Welt zugelassenen und in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen wird immer größer", sagt Katzek weiter, "eine Situation die immer größere Handelshemmnisse zur Folge hat. Nur eine besonnene Debatte, die praktische Erfahrungen mit dieser Technologie einbezieht, kann dazu führen, dass auch die europäischen Verbraucher und Landwirte sowie die hiesige Saatgutindustrie Vorteile von den Forschritten in der Pflanzenbiotechnologie haben."

424 Wörter /3.372 Zeichen

Den Text der Stellungnahme finden Sie unter:
www.biodeutschland.org/position/position.php

nach oben

7. Februar 2007
Wirtschaftsverband der Biotechnologie Deutschlands
lehnt Referentenentwurf ab:

Steuerreform schadet dem innovativen Mittelstand

Berlin (07.02.2007) - Der Wirtschaftsverband der deutschen Biotechnologiebranche, BIO Deutschland, lehnt die im Referentenentwurf der Unternehmenssteuerreform erheblichen Belastungen der Finanzierung innovativer, junger Unternehmen ab. Die erschwerte Verlustverrechnung bestraft unternehmerisches Risiko noch stärker als bisher. Die geplante Abgeltungssteuer belastet zusätzlich das Klima für Privatinvestitionen in innovative Unternehmen in Deutschland. Mittelständische Unternehmen, die in Innovationen investierten, schaffen hochwertige Arbeitsplätze. Sie haben allerdings einen hohen und langfristigen Kapitalbedarf bei der Entwicklung ihrer Produkte. Der Bedarf wird in erster Linie aus Eigen- bzw. Wagniskapital gedeckt. Eine Erhöhung der Steuerlast für diese Unternehmen und ihre Investoren gefährdet die Existenz des innovativen Mittelstandes in Deutschland.

Die Unternehmenssteuerreform sieht neben der Senkung der Unternehmenssteuern im Allgemeinen, steuerliche Maßnahmen zur Gegenfinanzierung vor. Im jetzt vorliegenden Referentenentwurf wird zum Beispiel vorgeschlagen, das Körperschaftssteuergesetz (§8Abs.4) so zu ändern, dass die meisten Biotechnologiefirmen ihre Verlustvorträge nur eingeschränkt oder gar nicht mehr nutzen können. Wenn die Unternehmen nach vielen Jahren der Investition in Forschung und Entwicklung endlich in die Gewinnzone kommen, erschwert die Steuerlast weiteres Wachstum. Der Verband der deutschen Biotechnologiebranche, BIO Deutschland, fordert deshalb, dass innovative Unternehmen die Verlustvorträge uneingeschränkt nutzen können. Darüber hinaus wäre es an der Zeit, betont der Verband, das Einkommenssteuergesetz (§15b) so anzupassen, dass die Anleger belohnt würden, die sich bei jungen innovativen Unternehmen engagierten. Investoren sollten Verluste uneingeschränkt geltend machen können, die aus direkten Beteiligungen an innovativen Firmen entstehen oder aus Beteiligungen an entsprechenden Fonds.

Deutsche Anleger innovativer Unternehmen sollen jedoch stattdessen in Zukunft noch stärker belastet werden. Denn abgesehen von der Verschärfung der Verlustverrechnung plant die Regierung, eine allgemeine Abgeltungssteuer einzuführen: Ab 2009 sollen bei Zinsen, Dividenden und Spekulationsgewinnen automatisch und anonym von den Banken mehr als 25 Prozent direkt ans Finanzamt abgeführt werden. Durch diese Maßnahme wird Eigenkapital wesentlich stärker besteuert als Fremdkapital. Experten rechnen mit einer steuerlichen Höherbelastung von teilweise über 50%. Das könnte das Klima für Privatinvestitionen mit Eigenkapital in Deutschland weiter verschlechtern. Dies trifft erneut die innovativen Unternehmen besonders hart: Sie werden in der Regel fast ausschließlich mit Eigenkapital finanziert, und ihnen ist der Zugang zu Fremdkapital üblicherweise versperrt.

"Die Abgeltungssteuer schadet dem innovativen Mittelstand durch eine im internationalen Vergleich unvertretbare hohe Steuerbelastung bei der Finanzierung", sagt der Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsverbandes BIO Deutschland, Dr. Peter Heinrich, "denn innovative Unternehmen gewinnen Kapitalanleger durch die Aussicht auf Kursgewinne und nicht auf Dividenden." Diese werden aber in besonderer Weise durch die neue Abgeltungssteuer getroffen. Heinrich ergänzt: „Es wirft zudem möglicherweise verfassungsrechtliche Probleme auf, wenn die Beteiligungsfinanzierung gegenüber der Fremdkapitalfinanzierung für etablierte Unternehmen steuerlich massiv benachteiligt wird.“ Das würde bei kleinen und mittleren Unternehmen die existenzielle Bedrohung erhöhen, da Folgefinanzierung wesentlich erschwert wird. Durch drohende Insolvenzen würde eine negative Kettenreaktion ausgelöst, die andere Unternehmen mitreißt.

Der neue innovative Mittelstand in der Biotechnologie in Deutschland ist auf gute Rahmenbedingungen für Investitionen mit Eigen- bzw. Wagniskapital angewiesen. Bei den Rahmenbedingungen für Investitionen in Innovationen liegt Deutschland im europäischen Vergleich bereits auf einem schlechten Platz 20 (KPMG, European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA), Dez. 2006). Eine weitere Verschlechterung der Bedingungen würde die Existenz der gesamten Branche gefährden. Die Biotechnologie ist eine der wichtigsten Zukunftsbranchen Deutschlands und soll mit der Hightech-Strategie der Regierung besonders gefördert werden. Der Verband BIO Deutschland hatte, um das zu unterstützen, am 30. November 2006 ein Positionspapier zum Thema Finanzen und Steuern veröffentlicht. Er fordert dort unter anderem eine bessere steuerliche Verlustverrechnung für Investoren.

549 Wörter / 4.562 Zeichen

nach oben

1. Februar 2007
Geraten deutsche Stammzellforscher ins Hintertreffen?

Biotechnologie-Industrieverband plädiert dringend für Neuregelung des Stammzellgesetzes

Berlin (01.02.2007) - Für eine Änderung der Stichtagsregelung beim Stammzellgesetz plädiert der Biotechnologie-Industrieverband BIO Deutschland e.V. anlässlich der heutigen Bundestagsberatung und des gestrigen Fachgespräches der Bündnis 90 - Die Grünen zu diesem Thema. Nur so könnten dringend nötige Forschungsarbeiten zugunsten einer künftig noch besseren medizinischen Versorgung der Patienten auch in Deutschland durchgeführt werden können. Professor Felicia Rosenthal, Mitglied des BIO Deutschland-Vorstandes und Geschäftsführerin der CellGenix GmbH in Freiburg meint hierzu: "Gerade weil die Stammzellforschung ein sehr innovatives Gebiet ist, müssen die Folgerungen aus den ständig neu generierten Forschungsergebnissen laufend re-evaluiert werden. Entsprechend sollten auch die Gesetze immer wieder kritisch überdacht werden, um gegebenenfalls flexible Anpassungen vornehmen zu können."

Der Zweite Erfahrungsbericht der Bundesregierung zur Durchführung des Stammzellgesetzes (Zweiter Stammzellbericht, Drucksache 16/4050) kommt zu dem Schluss, dass die derzeit erlaubte Verwendung von Stammzelllinien, die vor dem 1. Januar 2002 hergestellt wurden, lediglich die Grundlagenforschung in einem sehr engem Rahmen zulässt. Darüber hinaus sind diese Linien wegen Kontaminationen, Immunogenität sowie aufgrund genetischer Veränderungen, die mit der Kulturdauer einhergehen, für einen therapeutischen Einsatz am Menschen ungeeignet. Zudem sei zu berücksichtigen, dass sich bestimmte Möglichkeiten der Grundlagenforschung, wie zum Beispiel die Erforschung der Pathologie und Zellphysiologie erblich bedingter Krankheiten erst ergeben haben, seit neue, krankheitsspezifische Stammzelllinien nach dem 1. Januar 2002 zur Verfügung stehen. Nur die Verwendung neuerer Stammzelllinien erlaubt ihren Einsatz zu Zwecken der Arzneimittelentwicklung oder als Bioreaktoren.

Eine Neuregelung des Stammzellgesetzes und eine Anpassung der Stichtagsregelung erscheinen aufgrund dieser Erkenntnisse dringend angebracht, meinte Professor Felicia Rosenthal weiter und fügte anschließend hinzu: "Nur so kann vermeiden werden, dass deutsche Forschungs- und Entwicklungsteams in Biotechnologie-Unternehmen und akademischen Instituten voraussehbar in eine Sackgasse gelangen, ihre international hervorragende Position auf dem Gebiet der regenerativen Medizin gefährden und letztendlich von einer viel versprechenden Zukunftstechnologie ausgeschlossen werden."

BIO Deutschland setzt sich dafür ein, bei der Entwicklung jedes neuen therapeutischen Verfahrens vor einer Anwendung am Menschen alle möglichen Risiken gegenüber dem zu erwartenden Nutzen umsichtig und verantwortungsvoll abzuwägen, dies gilt speziell auch für das Gebiet der Stammzellforschung. Aber solange realistische Chancen bestehen, mit dem Einsatz von Stammzellen zur Zeit noch unheilbare Krankheiten zu bekämpfen zu können und Leiden zu lindern, muss daran geforscht werden dürfen und zwar mit dem Material, das heute internationaler Standard ist. Will Deutschland den Anschluss an die internationale Spitze nicht verpassen, sollten deutsche Wissenschaftler daher nicht auf die Verwendung von Zelllinien beschränkt werden, die sich objektiv als nicht geeignet erwiesen haben.

392 Wörter / 3.196 Zeichen

nach oben

22. Januar 2007
Biotechnologie von der Wirtschaft ausgezeichnet

Cytonet GmbH & Co KG, ein Mitgliedsunternehmen des Biotechnologie-Industrieverbandes BIO Deutschland e.V., gewinnt den 27. Innovationspreis der deutschen Wirtschaft

Berlin (22.1.2007) – Der Biotechnologie-Industrieverband BIO Deutschland e.V. gratuliert seinem Mitgliedsunternehmen Cytonet GmbH & Co. KG für den am vergangenen Samstag in Frankfurt/Main überreichten Innovationspreis der deutschen Wirtschaft. Der Preisträger in der Kategorie „Start-up“-Unternehmen hat eine Methode entwickelt, menschliche Leberzellen als Arzneimittel bei schweren Lebererkrankungen einzusetzen. Diese Methode beruht auf einem zelltherapeutischen Ansatz und kann in Zukunft eine Alternative zur Transplantation sein.

BIO Deutschland freute sich über die Auszeichnung eines seiner Mitglieder, denn damit würdigt die deutsche Wirtschaft das Innovationspotential der Biotech-Branche. Dr. Viola Bronsema, Geschäftsführerin der BIO Deutschland, zur Prämierung Cytonets: „Wir freuen uns sehr, dass die Jury eine bahnbrechende Innovation aus einem Biotechnologieunternehmen ausgezeichnet hat. Dies verdeutlicht das innovative Potenzial der forschenden Biotechnologieindustrie und macht erneut den Stellenwert der Biotech-Branche für die Zukunft Deutschlands als wichtigen Wirtschaftsstandort im weltweiten Wettbewerb deutlich.“ Ergänzend fügt sie zu: „Heute können wir nicht mehr alleine mit den konventionellen Industrien unseren Platz im globalisierten Konkurrenzkampf bestreiten. Deutschland als Land mit begrenztem Rohstoffvorkommen ist auf seine Erfindungen, deren Umsetzung in marktfähige Produkte und einen kraftvollen innovativen Mittelstand angewiesen.“

Weltweit hat sich die Biotechnologie neben der Informationstechnologie zu einem der wichtigsten Wachstumsbereiche entwickelt. Von den Ergebnissen der biotechnologischen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit werden nach Einschätzung von Fachleuten knapp 30 Prozent aller anderen Industriebranchen der Zukunft abhängen. Biotechnologische Innovationen werden somit einen erheblichen Einfluss auf die Forschung, Entwicklung und Produktion in vielen Wirtschaftszweigen haben. Nach Schätzungen namhafter Institutionen werden in Zukunft sogar 50 Prozent aller neuen Arzneimittel von Biotechnologiefirmen bzw. unter Einbindung gentechnischer und molekularbiologischer Technologien entwickelt werden. Produkte der Pflanzen- und der industriellen (auch „weißen“) Biotechnologie werden bereits weltweit in verbesserten Herstellungs- und Anbauverfahren eingesetzt.

266 Wörter / 2.304 Zeichen

nach oben

18. Januar 2007
ISAAA-Studie zur Anwendung von Pflanzen-Biotechnologie in der Landwirtschaft liegt vor

Internationale Studie zeigt Spaniens Vorreiterrolle in der EU –
BIO Deutschland fordert erneut rasche Novellierung des Gentechnikgesetzes

Berlin (18.1.2007) – Die gemeinnützige internationale Organisation für die Anwendung von Pflanzenbiotechnologie (ISAAA) erklärte heute, dass Pflanzenbiotechnologie weltweit zunehmend eingesetzt wird. Die Anwendung steigere den Ertrag in der Lebensmittel-, Futter-, Material- und Kraftstoffherstellung und bringe darum Vorteile für Bauern, Saatguthersteller und Verbraucher. Das zeigen die Ergebnisse der Zehnjahresstudie der ISAAA, die unter anderem von der Rockefeller Stiftung, einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in den Vereinigten Staaten, und der spanischen Bank Ibercaja gefördert wurde. Der Wirtschaftsverband der deutschen Biotechnologiebranche BIO Deutschland e.V. fordert in diesem Zusammenhang erneut die rasche und wettbewerbsgerechte Überarbeitung des Gentechnikgesetzes. „Innovationen können in Deutschland nur ihren nachhaltigen Nutzen entfalten, wenn sie nicht zugrunde reguliert werden“, erklärt BIO Deutschland-Vorstand Jens A. Katzek. Politiker wie Ulrich Kelber, SPD, die durch Zahlen-Geschachere und Zeitschinderei die Verabschiedung notwendiger Verbesserungen blockierten, ließen Deutschland den internationalen Anschluss endgültig verlieren. Kelber hatte gestern gefordert, den Mindestabstand zwischen Anbauflächen mit und ohne biotechnologisch gezüchteten Pflanzen auf 300 Meter zu verdoppeln und die Bemessungsgrenze in Haftungsfragen herabzusetzen.

Die ISAAA gibt bekannt, dass der Umfang der Anbauflächen mit gentechnisch verbesserten Pflanzen 2006 um zwölf Millionen Hektar auf insgesamt 102 Millionen Hektar angestiegen sei. Dies entspricht einer Steigerung von 13 Prozent. Damit wurde zum ersten Mal die 100-Millionen-Hektar-Marke überschritten, womit der zweitgrößte Zuwachs der letzten fünf Jahre erreicht wurde. Zusätzlich stieg die Anzahl der Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, zum ersten Mal auf mehr als zehn Millionen an, von 8,5 Millionen im Jahr 2005 auf 10,3 Millionen im Jahr 2006. In den vergangenen zehn Jahren wurden damit weltweit auf mehr als 500 Millionen Hektar gentechnisch verbesserte Pflanzen angebaut. Das entspricht der Fläche von Europa.

Der Großteil der Anbaugebiete liegt auf dem amerikanischen Kontinent (USA, Argentinien, Brasilien, Paraguay und Kanada). Der Vorteil der Anwendung bestehe, so zeigt eine im Dezember veröffentlichte Studie des Forschungszentrums der Europäischen Kommission (JRC - EU Commission"s Joint Research Centre), in den meisten Fällen in niedrigeren Produktionskosten, weil bei der Unkraut- und Schädlingsbekämpfung eingespart werden könne. Allerdings hingen die Effekte von den regionalen natürlichen Gegebenheiten (zum Beispiel vorherrschender Schädlingsbefall) und von den regulatorischen Bedingungen ab. Dabei spürten offensichtlich Landwirte mit kleineren Anbauflächen und geringerem Einkommen größere Effekte als solche mit höherem Einkommen. Das hat der Baumwollanbau in China gezeigt.

Spanien steht mit einer Anbaufläche von 60.000 Hektar im Jahr 2006 weiterhin an der Spitze Europas; die anderen fünf EU-Länder verzeichneten jedoch eine Steigerung um mehr als das Fünffache von 1.500 Hektar im Jahr 2005 auf 8.500 Hektar im Jahr 2006. In Deutschland wurde nur eine kleine Fläche Bt-Mais angebaut. In Spanien haben Bauern, die gentechnisch gezüchteten Mais anbauen, eine um zwölf Prozent über dem Durchschnitt liegende Gewinnspanne. Das hatte die JRC-Studie ergeben. Allerdings gibt es auch hier starke regionale Schwankungen. Die Saatguthersteller beobachten ebenfalls positive Effekte, wenn auch nicht so ausgeprägt wie die Bauern. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Einführung von Pflanzenbiotechnologie in Europa im Lichte des neuen Konzepts der Koexistenz könnten noch nicht abgeschätzt werden. Sie hängen von den konkreten Rahmenbedingungen der Umsetzung, insbesondere von der Toleranz bei Schwellenwerten im Anbau und bei der Haftung ab.

497 Wörter / 3.836 Zeichen

nach oben

Aktuelle Nachrichten

10. CEO+CFO-Meeting in Berlin

Benefizveranstaltung der BIO Deutschland zugunsten der ACHSE

Treffen mit Bundestagsabgeordneten zu den Themen Gendiagnostik-Gesetz und Wettbewerb

4. Neue Arbeitsgruppe zum Thema "Diagnostik"

Stellungsnahme zum Entwurf der EU-Richtlinie zur wissenschaftlichen Verwendung von Tieren

BIO Deutschland mit Mitgliedsunternehmen auf der Bio-Europe

BIO Deutschland auf dem sächsischen CDU-Forum Gesundheitspolitik

Sitzung der Arbeitsgruppe "Deutsch-US-Amerikanische Zusammenarbeit"

Treffen der Arbeitsgruppe "Regulatorische Angelegenheiten"

Stellungnahme der BIO Deutschland zum Thema Nachwachsende Rohstoffe

BIO Deutschland beim Treffen des Gesundheitsforschungsrates

Herbsttagung des Pharma-Lizenz Clubs

Neue Mitglieder in den vergangenen Wochen

Berichte aus den BioRegionen: 1. BioM-Technica

International: Portal der Europäische Kommission für Förderung/Kooperation/
Spitzencluster


Aktuelle Technologietransfer-Angebote für BIO Deutschland-Mitglieder

Vergünstigungen für BIO Deutschland-Mitglieder und wichtige Termine

Die Geschäftsstelle wünscht allen frohe Festtage und ein erfolgreiches 2009

Nachrichten aus der Biobranche

Bionity.COM Nachrichten

Der Natur abgeschaut: Kleben zum Überleben

Diagnostica-Industrie trotz Wirtschaftskrise zuversichtlich

MHH-Forscher entdecken neues Krankheitsbild

trans-o-flex hat mit aktiv temperaturgeführten Transporten in Benelux begonnen

biotechnologie.de RSS

Wochenrückblick: Neues aus der Biotech-Branche

Millionenschwere Professuren locken Spitzenforscher nach Deutschland

Vielseitige Stammzellen im menschlichen Hoden entdeckt

Wochenrückblick: Neues aus der Biotech-Branche