Trends in der deutschen Biotechnologie-Branche 2011

BIO Deutschland e.V. und transkript

Ergebnisvorstellung auf einer Pressekonferenz am 18. Januar 2011 in Berlin
Biotechnologie-Branche blickt wieder optimistischer in die Zukunft – Beschäftigungsaufbau und steigende F&E-Investitionen erwartet

Berlin (18. Januar 2011) – Die deutschen Biotech-Unternehmen gehen davon aus, dass sich ihre Lage im laufenden Jahr weiter verbessern wird. Frühindikatoren lassen eine günstigere zukünftige Geschäftslage sowie einen Beschäftigungsaufbau und steigende Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen (F&E) erwarten. Das ergab eine Umfrage des Branchenverbandes der Biotechnologie-Industrie, BIO Deutschland, in Kooperation mit dem Branchenmagazin |transkript. Die Ergebnisse dieses etablierten Branchenbarometers wurden heute auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland, bilanziert: „Wir freuen uns, dass die Biotechnologie-Branche wieder positiver in die Zukunft blickt und dass dieser Optimismus der Unternehmerinnen und Unternehmer wieder auf Vorkrisenniveau gestiegen ist.“

Besonders positiv stelle sich die Erwartung an die zukünftige Geschäftslage dar, führt Viola Bronsema, Geschäftsführerin der BIO Deutschland, aus. Der Stimmungsindex steige um mehr als fünf Punkte auf nun 98,0 Punkte. Gehe es nach den Erwartungen der rund 200 befragten Biotech-Unternehmen, werden auch die F&E-Investitionen im laufenden Jahr wachsen. Das deute der um rund vier Punkte gestiegene Indexwert von 95,5 Punkten an. Damit gehe nach Einschätzung der Unternehmer auch die Schaffung neuer Jobs einher. Der Wert für den Beschäftigungsindex steige um zwei Punkte auf 95,3 Punkte. Auch die Einschätzung der aktuellen politischen Rahmenbedingungen in Deutschland habe sich verbessert, erläuterte Bronsema. Der politische Stimmungsindex steige um fünf Punkte auf 96,7 Punkte. Nahezu konstant bleiben hingegen die Einschätzungen der aktuellen Lage, deren Wert bei 94,7 Punkten auf Vorjahresniveau verharre, und die des zukünftigen politischen Klimas (mit -1 Punkt auf 91,2 Punkte knapp unter dem Vorjahresniveau).

Patrick Dieckhoff, Chefredakteur |transkript: „Die Umfragedaten deuten eine erfreuliche Entwicklung der deutschen Biotechnologie-Unternehmen im laufenden Jahr an. Damit könnte die gesamtwirtschaftliche Erholung auf die Branche durchschlagen.“

Wie das Biotechnologie-Nachrichtenmagazin |transkript zudem ermittelte, flossen im abgelaufenen Jahr rund 600 Mio. Euro in deutsche Biotechnologie-Unternehmen. Damit wird der Finanzierungswert des Vorjahres mehr als verdoppelt.

Peter Heinrich sagt dazu: „Das Gros der innovativ tätigen Biotech-Unternehmen benötigt weiterhin Wagniskapital im erheblichen Umfang, um ihre Forschungs- und Entwicklungsprojekte zügig vorantreiben zu können“. Er fügt hinzu, dass ein Großteil der im vergangenen Jahr investierten Mittel aus wenigen Investorenquellen stamme und nur einer sehr kleinen Zahl von Biotechnologiefirmen zugute käme. „Die innovativen Unternehmen Deutschlands benötigen dringend von der Politik investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen, damit der Standort wieder attraktiv für Kapitalgeber  wird.“

Die Indexwerte im Einzelnen:

  • Erwartungen zukünftige Geschäftslage: +5 Punkte auf 98,0 Punkte (Vorjahr: 92,6 Punkte)
  • Aktuelle Geschäftslage: Konstant bei 94,6 Punkten (Vorjahr: 94,7 Punkte)
  • F&E-Investitionsindex: +3,6 Punkte auf 95,5 Punkte (Vorjahr: 91,9 Punkte)
  • Beschäftigungsindex: +2 Punkte auf 95,3 Punkte (Vorjahr 93,3 Punkte)
  • Aktuelle politische Rahmenbedingungen: +5 Punkte auf 96,7 Punkte (Vorjahr: 91,1 Punkte)
  • Zukünftige politische Rahmenbedingungen: Konstant bei 91,2 Punkten (Vorjahr: 92,1 Punkte)

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Die Ergebnisse der Trendumfrage 2010/2011

Über diese Umfrage:
Zum mittlerweile fünften Mal in Folge haben BIO Deutschland und |transkript 1.000 Biotechnologie-Unternehmen und branchenspezifische Dienstleister befragt. 184 von ihnen haben den Fragebogen in diesem Jahr zurückgesandt. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Stimmungsbarometers die Entwicklung des laufenden Jahres vorherzusagen. Die Berechnung und Ermittlung der Indexwerte erfolgt ähnlich der vom IFO-Institut angewandten Methodik. Im Wesentlichen repräsentieren die Werte die Differenz zwischen positiven und negativen Antworten. Die Werte sind auf die Ergebnisse des Jahres 2006 normiert (=100%).

Einschätzung der aktuellen Geschäftslage konstant (n = 184):

  • - Realismus in der Branche
  • - Finanzierungsengpass bleibt für viele Unternehmen bestehen
  • - Kosteneinsparungen und Konjunkturkrise machen Pharma- und Chemiekonzerne vorsichtig

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Zukünftige Geschäftslage positiver eingeschätzt (n = 184):

  • neue Geschäftsmodelle greifen
  • Branche hilft sich selbst über strategische Beteiligungen/Übernahmen
  • Anziehende Pharma- und Chemiekonjunktur

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Neue Jobs im Jahr 2011 (n = 148):

  • Chemie- und Pharmabranche lagern Funktionen aus
  • profitable Unternehmen wachsen weiter und stellen ein

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Erstmals seit vier Jahren: Mehr F&E-Investitionen (n = 184):

  • verbesserte Zukunftsaussichten lassen Investitionsneigung wieder steigen
  • Nachholbedarf nach dürren Jahren

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Verbesserte Einschätzung des politischen Klimas (n = 184):

  • neue Forschungsprogramme (Bioökonomie, Gesundheitsforschung)
  • Klarheit bei Pflanzenbiotechnologie und Biopatente

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Erwartungen an zukünftiges politisches Klima kaum verändert (n = 184):

  • Verlustvorträge
  • -Orphan Drug-Status
  • -F&E-Förderung
  • -Taten nach angekündigte Commitments der Politik blieben bislang weitgehend aus

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Über BIO Deutschland:
Die Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland (BIO Deutschland), mit mehr als 260 Mitgliedern – Unternehmen, BioRegionen und Branchen-Dienstleister – und Sitz in Berlin, hat sich zum Ziel gesetzt, in Deutschland die Entwicklung eines innovativen Wirtschaftszweiges auf Basis der modernen Biowissenschaften zu unterstützen und zu fördern. Dr. Peter Heinrich (Vorstandsvorsitzender der MagForce AG) ist Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland.

Über |transkript:

Das Life Sciences-Magazin |transkript berichtet in einer Auflage von 10.000 Exemplaren monatlich über die Biotechnologie im deutschsprachigen Europa. Im nunmehr 17. Jahrgang erscheint |transkript im BIOCOM-Verlag und hat sich anerkanntermaßen als die führende Fachzeitschrift etabliert, die Biotechnologie in Wirtschaft, Gesellschaft und fachlicher Anwendung thematisiert.

Kontakt

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