Erfolg mit radioaktiven Wirkstoffen für die Präzisionsonkologie

Die ITM Isotope Technologies Munich SE (ITM) ist seit ihrer Gründung im Jahr 2004 in Garching auf die Entwicklung radiopharmazeutischer Therapeutika und Diagnostika sowie auf die Herstellung der dazu benötigten medizinischen Radioisotope spezialisiert. Diese so genannten Radiopharmazeutika bestehen aus zwei Komponenten: einem Peptid oder Protein, das an eine bestimmte Struktur der Zielzelle bindet, und einem Radioisotop, das in der Zelle seine radioaktive Wirkung entfaltet. Radiopharmazeutika werden zum einen in der Krebstherapie und zum anderen in der Diagnostik bestimmter Erkrankungen eingesetzt, indem sie bei bildgebenden Verfahren helfen, Tumore sichtbar zu machen.

„Radiopharmazeutika bilden eine essenzielle neue Klasse an Krebsmedikamenten, die das Potenzial haben, die Therapieergebnisse und Lebensqualität vieler Patienten zu verbessern. Mit modernsten und hocheffizienten Herstellungsanlagen sowie exzellent ausgebildeten Mitarbeitenden verfügt ITM über das Wissen und die Fertigkeiten, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und jederzeit höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Patienten zu erfüllen – mit innovativen Krebsmitteln ‚made in Germany‘“, sagt Udo J. Vetter, Aufsichtsratsvorsitzender, Gründungsinvestor und großer Anteilseigner von ITM.

Der Herstellungsprozess von Radiopharmazeutika ist komplex und zeitkritisch, da der radioaktive Wirkstoff schon nach kurzer Zeit unwirksam wird. Daher müssen Radiopharmaka innerhalb weniger Tagen nach der Synthese zum Einsatz kommen. ITM betreibt für die Herstellung zwei Produktionsstätten in Garching und Neufahrn bei München.

"Radiopharmazeutika bilden eine essenzielle neue Klasse an Krebsmedikamenten, die das Potenzial haben, die Therapieergebnisse und Lebensqualität vieler Patienten zu verbessern. Mit modernsten und hocheffizienten Herstellungsanlagen sowie exzellent ausgebildeten Mitarbeitenden verfügt ITM über das Wissen und die Fertigkeiten, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und jederzeit höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Patienten zu erfüllen – mit innovativen Krebsmitteln ‚made in Germany‘", sagt Udo J. Vetter, Aufsichtsratsvorsitzender, Gründungsinvestor und großer Anteilseigner von ITM.

Derzeit erforscht ITM verschiedene Produktkandidaten, die gegen schwer zu behandelnde Erkrankungen wie Hirntumore, Lungen- oder Eierstockkrebs und neuroendokrine Tumore gerichtet sind. Am weitesten entwickelt ist der Kandidat ITM-11 gegen neuroendokrine Tumore, die häufig im Magen-Darm-Trakt sowie in der Bauchspeicheldrüse vorkommen. Dieser besteht aus dem synthetischen Peptid Edotreotid, das an tumorspezifische Rezeptoren bindet, und dem medizinischen Radioisotop Lutetium-177. Dessen Beta-Strahlung soll die Tumorzellen gezielt zerstören und dabei das umliegende Gewebe schonen.

Kürzlich hat ITM mit ITM-11 das wichtigste Ziel der Phase-3-Studie COMPETE erreicht. So zeigten die Studiendaten eine deutliche Verbesserung der sogenannten progressionsfreien Überlebenszeit – damit ist die Zeitspanne gemeint, in der der Patient mit der Krankheit lebt, ohne dass diese fortschreitet. Das Biotechunternehmen will jetzt schnell auf die potenzielle Kommerzialisierung von ITM-11 in den USA hinarbeiten – und noch im Jahr 2025 die Zulassung bei der amerikanischen Behörde FDA (Food and Drug Administration) beantragen. Die finanziellen Voraussetzungen dafür sind gut: In den Jahren 2023 und 2024 warb ITM rund 440 Millionen Euro in zwei Finanzierungsrunden ein. Im Jahr 2025 erhielt das Unternehmen außerdem für die Vorbereitung der Markteinführung von ITM-11 einen Kredit in Höhe von bis zu 262,5 Millionen Dollar aus den Fonds des US-Investors Blue Owl. Das Geld von Blue Owl soll darüber hinaus genutzt werden, um die Produktion eines weiteren Isotops, Actinium 225, auszubauen.

itm

Das Ziel von ITM ist es, hochpräzise Radiodiagnostik und Radiotherapie für die Erkennung und Behandlung von Krebserkrankungen mit hohem ungedecktem Bedarf anzubieten. Das Unternehmen nutzt seine langjährige Führungsposition im Bereich Radioisotope, um eine breite Pipeline für die Präzisionsonkologie aufzubauen und so die klinischen Ergebnisse und die Lebensqualität von Menschen mit Krebs zu verbessern.

www.itm-radiopharma.com

Im Jahr 2023 eröffnete ITM in München-Neufahrn die weltweit größte Anlage zur Produktion von Lutetium-177 für zielgerichtete Radiopharmazeutika gegen Krebs und verzehnfacht damit seine Produktionskapazitäten. Auf rund 7.000 m2 bietet der neue Standort Reinräume, Labore und Büros, die von bis zu 200 Mitarbeitenden für die Forschung sowie für die radiopharmazeutische Herstellung und aseptische Produktion mit höchsten Qualitätsstandards genutzt werden können. An seinen deutschen Standorten in München-Garching und -Neufahrn sowie in Princeton, New Jersey (USA) beschäftigt ITM insgesamt mehr als 800 Mitarbeitende aus zahlreichen Nationen.

„Mit unserer breiten Pipeline neuer Medikamente und hochspezialisierten Teams in Forschung und Entwicklung, unseren führenden Isotopenproduktionskapazitäten und einer robusten Lieferkette sowie unserer starken Vermarktungskompetenz sind wir bestens aufgestellt, eine führende Rolle in der dynamisch wachsenden Radiopharmaindustrie einzunehmen und das Feld der Präzisionsonkologie aktiv mitzugestalten“, betont CEO Dr. Andrew Cavey. „Unser Ziel ist es, den weltweiten Zugang zu radiopharmazeutischen Therapien für Krebspatientinnen und -patienten zu erweitern, indem wir Innovation und Technologie vorantreiben.“

Redaktion: Dr. Claudia Englbrecht englbrecht@biodeutschland.org, Dr. Monika Mölders-Felgenhauer Monika.Moelders@t-online.de