BIO Deutschland diskutiert in der zweiten Runde des Pharmadialogs

Die Teilnehmer der Spitzenrunde des Pharmadialogs am 16. November 2018, für die BIO Deutschland Peter Heinrich und Viola Bronsema (erste Reihe 3. v. l. bzw. 3. v. r.) © BMG/Schinkel
Die Teilnehmer der Spitzenrunde des Pharmadialogs am 16. November 2018, für die BIO Deutschland Peter Heinrich und Viola Bronsema (erste Reihe 3. v. l. bzw. 3. v. r.) © BMG/Schinkel

Am 16. November 2018 ist die Spitzenrunde des Pharmadialogs der Bundesregierung zum ersten Mal in dieser Legislaturperiode zusammengekommen. Die Bundesregierung verfolgt mit dem Dialog das Ziel, die Attraktivität des pharmazeutischen und biotechnologischen Forschungs-, Innovations- und Produktionsstandorts Deutschland zu stärken. Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag die Fortsetzung des ressortübergreifenden Dialogs mit der (bio)pharmazeutischen Industrie und der Gewerkschaft IG BCE unter Einbeziehung der Wissenschaft in Aussicht gestellt. 

Im Mittelpunkt der aktuellen Dialogrunde standen Innovationsthemen, wie die Digitalisierung, Personalisierte Medizin oder Arzneimittel für neuartige Therapien. 

Zu neuen Trends in der Forschung, Entwicklung und Zulassung von Arzneimitteln, etwa in der personalisierten Medizin und neuartigen Therapieverfahren, gab es große Einigkeit zwischen Industrievertretern, Zulassungsbehörden und der Wissenschaft. Einhellig wurde festgestellt, dass das Zusammenlaufen von IT-getriebenen Methoden und neuen bio(techno)logischen Erkenntnissen zu Sprung-Innovationen führen kann, die einen kompletten Paradigmenwechsel zu Folge haben werden. An die Politik wurde, anhand vieler anschaulicher Beispiele mit Nachdruck appelliert, dass die Regulierung in der Selbstverwaltung und aus der Sozialgesetzgebung so angepasst werden muss, dass diese Entwicklungen sich am Standort Deutschland entfalten und zum Vorteil der Patienten in der Versorgung wirksam werden können. 

Die Beteiligten sahen zudem große Chancen für die Zukunft des Produktionsstandortes Deutschland. Gerade im Bereich komplexer Produktionsprozesse, die in Zukunft eine immer größere Rolle spielen würden, sei Potenzial vorhanden. Auch zum Thema Liefersicherheit böte der Produktionsstandort Europa Chancen. Das setze aber voraus, dass die Kassen auf einen ruinösen Preiswettbewerb verzichten.

Hintergrund

Der Pharmadialog der Bundesregierung besteht seit 2014. Neu in dieser Legislaturperiode ist die Teilnahme der Regierungsfraktionen und der Bundesländer in der Spitzenrunde. Für die Regierungsfraktionen sind die Abgeordneten Martina Stamm-Fibich und Sabine Dittmar (SPD), Michael Hennrich (CDU) und Stephan Pilsinger (CSU) beteiligt. Die Bundesländer werden von den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz vertreten. Die Industrie ist weiterhin durch die Verbände BIO Deutschland, BAH, BPI, Pro Generika und VfA vertreten. Auf Seiten der Wissenschaft nehmen die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft (neu) und der Medizinische Fakultätentag (neu) am Dialog teil. Die Chefs der Zulassungsbehörden BfArM und PEI sind ebenfalls vertreten. Für die Bundesregierung moderierten die Staatssekretäre Lutz Stroppe (BMG), Christian Luft (BMBF) und der Abteilungsleiter Winfried Horstmann (BMWi) die Dialogrunde. Das Bundeskanzleramt ist mit einer Vertreterin als Gast anwesend.

Zurück