Hybride Sitzung der AG Industrielle Bioökonomie in Berlin
In einem hybriden Format empfing die AG Industrielle Bioökonomie die Europaabgeordnete Hildegard Bentele (EVP). Frau Bentele gehört dem Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) im Europaparlament an und ist Berichterstatterin zu dem im Juni 2025 veröffentlichten Bericht über die Zukunft des Biotechnologie- und Bioproduktionssektors in der EU (www.europarl.europa.eu). Zentrales Thema war der angekündigte EU Biotech Act, der in zwei inhaltlich und zeitlich getrennte Phasen aufgeteilt wird: Gesundheitspolitik in 2025 und Industriepolitik in 2026. Diskutiert wurde dabei eine Reform der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), sowie erforderliche Verbesserungen bei der Finanzierung und Skalierung von Biotech-Unternehmen. Enrico Barsch aus dem Referat F25 (ehemals 725) Nachhaltiges Wirtschaften, Bioökonomie im Bundesforschungsministerium (BMFTR) berichtete zur Rolle der Biotechnologie und der alternativen Proteine in der Hightech Agenda der Bundesregierung und zum neuen Förderaufruf „BioDigitalHub – KI für die autonome Bioprozessentwicklung“ (www.bmftr.bund.de), der Biotech- und Life-Science-Unternehmen gezielt bei der Digitalisierung ihrer Wertschöpfung entlang von Forschung und Anwendung unterstützen soll. Außerdem gab er ein Update zum Industrial Biotechnology Innovation and Synthetic Biology Accelerator (IBISBA) – einer pan-europäischen Forschungsinfrastruktur in der industriellen Biotechnologie. Mit einem Letter of Intent hat sich BIO Deutschland für eine Mitgliedschaft Deutschlands bei IBISBA-EU eingesetzt. Aktuell befindet sich IBISBA-EU in der Vorbereitung für ein European Infrastructure Research Consortium (ERIC), wobei der erste von zwei Schritten bereits positiv durchlaufen wurde. Nächstes Jahr soll die nächste Phase der Gründung mit neun EU Staaten vollzogen werden. Ein weiteres Thema der Sitzung waren Important Projects of Common European Interest (IPCEI) zu Biotechnologie. Die Vorschläge für drei IPCEI Biotechnology, nämlich bio-based chemicals, bio-based materials und food & feed wurden zwischenzeitlich in der Sitzung der High-Level Working Group des Joint European Forum unterstützt und gehen nun in eine formale Designphase auf EU-Ebene über.