Parlamentarisches Mittagessen
Expertinnen und Experten aus Medizin, Verbänden und Diagnostika-Industrie diskutierten am 17. September bei einem Mittagessen in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin mit Bundestagsabgeordneten das Potenzial des Modellvorhabens Genomsequenzierung, das im August mit den ersten Datenübertragungen startete. Eingeladen zu der Veranstaltung hatten BIO Deutschland und EUCOPE (European Confederation of Pharmaceutical Enterpreneurs).
In dem Modellvorhaben werden Patientinnen und Patienten mit seltenen Krankheiten und Krebs mithilfe der Genomsequenzierung ausführlich untersucht und so eine gezielte und bessere Behandlung ermöglicht. Vertreterinnen und Vertreter der Biotechnologie- und Diagnostika-Industrie betonten bei der Veranstaltung mit den Parlamentariern, dass das Innovationspotenzial des Modellvorhabens noch besser ausgeschöpft werden könnte, wenn ambulante Leistungserbringer stärker eingebunden würden. in einem partizipativen Gesundheitssystem, bei dem Silos abgebaut werden, sollten innovative Konzepte wie das Modellvorhaben Genomsequenzierung nicht ohne die Beteiligung der wirtschaftlichen Innovationstreiber wie den ambulanten Leistungserbringen geführt werden. Auch sollte die verlässliche und nachhaltige Finanzierung von Genomrechenzentren geklärt werden. Die aufgebauten Strukturen würden sonst nach Projektablauf wieder verschwinden.
Das Modellvorhaben ist mit einer Laufzeit von fünf Jahren gestartet und wird währenddessen wissenschaftlich begleitet, um Vor- und Nachteile zu dokumentieren. Aktuell nehmen 28 Kliniken teil, und die Daten von rund 5.000 Patientinnen und Patienten sind einbezogen. Als Ziel steht die Integration der Genommedizin in das Gesundheitssystem. Das Vorhaben ist nur ein Bestandteil in der Modernisierung und Digitalisierung der Gesundheitsdatennutzung.